pharmakologie

Alle Wiesen und Matten, alle Berge und Hügel sind Apotheken.Paracelsus (1493–1541)

Die ayurvedische Pharmakologie ist eines der ältesten überlieferten Wissensysteme zur Pflanzenheilkunde und beinhaltet nicht nur einen ausserordentlichen Erfahrungsschatz bezüglich der Wirkung indischer Heilpflanzen, sondern liefert auch ein differenziertes System zur Klassifikation und zum Verständnis aller Heilpflanzen und deren Anwendung. Es wird nicht die Krankheit an sich geheilt, sondern das innere Milieu durch Harmonisierung der 3 doshas wiederhergestellt und so der Kern der Krankheit erfasst sowie die Entstehung von erneuten Dysbalancen und Folgekrankheiten verhindert. 

So wird im Ayurveda auch besonderen Wert auf die Verwendung der gesamten Pflanze gelegt. Die Analyse, Trennung und Verwendung von Exktrakten der aktiven Bestandteile einer Pflanze - wie heute in der modernen Phytotherapie praktiziert - ist aus ayurvedischer Sicht nachteilig, weil sie das Verständnis für die energetische Wirkung und Interaktionen der Wirkstoffe mindert. Es wird durch die Extraktion und Isolierung von Bestandteilen einer Pflanze eine neue dravya (Medikament) geschaffen, deren Energetik und Eigenschaften völlig verschieden zur extrahierten Pflanze sein können.

Die Einteilung der Heilsubstanzen gemäss der ayurvedischen Pharmakologie erfolgt in 20 gunas (physiko-pharmakologische Effekte), rasa (6 Geschmacksrichtungen), vipaka (postdigestive Wirkung), virya (thermische Potenz), prabhava (aussergewöhnliche Wirkung) und karma (systemische Gesamtwirkung). Vor allem prabhava und vipaka sind einzigartige Klassifikationen des Ayurveda, wobei besonders das vipaka beim längerfristigen Einsatz von Kräutermedikation von grosser Wichtigkeit ist.